Alibis – wer kann, der kann

Alibis

Wer sie hat, hat mehr vom Leben!

Es gibt Menschen, die können in jeder passenden Situation ein Alibi aus dem Hut zaubern. Das machen sie dann, wenn es eng für sie wird. Da steht etwa eine Affäre im Raum und die Betreffenden können klar belegen, dass da gleich mal gar nix dran ist. Sie haben Beweise! Alibis entlasten den Angeklagten, insbesondere vor Gericht, wie wir alle wissen. In diesem Beitrag soll es jedoch um den Alltagsgebrauch von Alibis in kniffligen Situationen gehen, auch um die Vor- und Nachteile. Außerdem wollen wir uns die Frage stellen, ob es auch eine Alibipersönlichkeit gibt. Das wäre dann ein Mensch, der es maßlos übertreibt.

Alibis – die Retter in der Not!

Jeder kommt einmal in eine Situation, in der er sich erklären muss. Man sieht sich mit einem Vorwurf konfrontiert, den man widerlegen muss. Dieser Vorwurf kann berechtigt sein oder nicht, Alibis helfen uns, den Beweis zu liefern, dass an dem Vorwurf (etwa: „Du hast eine Affäre!“) nichts dran ist. Alibis sind aber nicht unbedingt Gegentatsachen. Sie können auch gefaked sein. Wer einmal eine gute Freundin oder einen guten Freund gebeten hat zu lügen („Nein, er/sie war bei mir!“), der weiß, was gemeint ist. Doch gute Alibis verfehlen ihre Wirkung nicht, sie beruhigen die Person, die den Vorwurf geäußert hat. Aber nur dann, wenn das Alibi überzeugt.

Wer schnell viele Alibis aus dem Hut zaubern kann, ist hochmanipulativ

Ist kein Ankläger in Sicht, braucht es auch keine Alibis. Und dennoch gibt es Menschen, die zaubern andauernd Alibis aus dem Hut. Zum einen kann das daran liegen, dass die Betreffenden einfach gerne ihr Handeln transparent machen; zum anderen hat man einfach so viel Dreck am Stecken, dass man vorausschauend so viel Wind wie möglich aus den Segeln nehmen will. Wer also zu häufig seine „Unschuld“ vorauseilend kommuniziert, hat vielleicht etwas zu verbergen. Das weiß man als Gegenüber aber nie genau. Dieser Effekt kann einen völlig kirremachen. Grade in der Partnerschaft, in der es ja hauptsächlich um Vertrauen geht. Zu viele Alibis können also eine Belastungsprobe sein. Auf der anderen Seite gibt es sehr eifersüchtige Partner. Und die brauchen jeden Tag „Beweise“.

Affären und Alibis

Doch gehen wir jetzt einmal von dem Fall aus, dass tatsächlich einer der beiden eine Affäre hat und entsprechend viele Alibis in petto haben muss – für den Fall, dass der andere Wind davon bekommt. Vielleicht hängt man zu sehr am Handy, riecht dummerweise nach einer „Geschäftsreise“ nach einem fremden Parfüm o. Ä. In der Regel werden dann gute Freunde oder Freundinnen eingespannt, die für einen lügen (müssen). Das ist nicht die feine englische Art, kommt aber in solchen Fällen recht häufig vor. Der andere wird dann sozusagen doppelt verarscht. Aber die Gründe für Affären sind vielfältig, und in der Regel haben beide Parteien ihren Anteil an solchen Projekten. Oft mangelt es aber an authentischer Kommunikation.

Fazit

Alibis haben durchaus ihren Sinn im Zwischenmenschlichen. Wenn man seine Weste weißwaschen muss, können Alibis die Wahrheit zutage fördern. Wenn sie aber erstunken und erlogen sind und das soziale Umfeld zum Lügen motivieren, haben sie einen negativen Beigeschmack. Man sollte bei der Wahrheit bleiben – so gut es geht. Wer zu viele Alibis braucht, muss sich klarmachen, dass sein Projekt zulasten der Authentizität geht. Und da sollte man in den Spiegel schauen und sich die Frage stellen, ob man da noch reinen Gewissens hineinschauen kann.

© 2016-2021 Funsurfen, Thomas Hansen